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16.03.2012 | Parlament verabschiedet Gegenvorschlag auf Gesetzesstufe. [mehr]

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300 bör­senkotier­ten Ak­ti­en­gesellschaf­ten kommen für über 40 Pro­zent der Un­ternehmens­steuern auf! [mehr]

Neue Studie zeigt: Initiative Minder hat negative Auswirkungen auf die Aktienkurse vieler Unternehmen

Wollen Aktionäre tatsächlich zwingend und verbindlich über die Saläre der Geschäftsleitung abstimmen? Und was bringt es ihnen? Diesen Fragen gingen Prof. Dr. Alexander F. Wagner und Christoph Wenk in einer neuen Studie nach.

Sie wurden mit erstaunlichen Resultaten konfrontiert: Als Thomas Minder bekanntgab, dass er für seine Initiative «gegen die Abzockerei» die erforderlichen 100'000 Unterschriften gesammelt hatte, fielen (relativ zu den Erwartungen) die Aktienkurse von zwei Dritteln der an der Schweizer Börse kotierten Unternehmen, während nur ein Drittel positiv reagierte. Untersucht wurde ein Zeitfenster von drei Tagen (Tag der Nachricht plus der vorangehende und der darauf folgende Tag). Durchschnittlich fielen die Aktienkurse der Unternehmen, relativ zu den erwarteten Kursbewegungen, um 1.49 Prozent. Viele Aktionäre reagierten also negativ auf die Möglichkeit ausgeweiteter Befugnisse, die ihnen das Recht auf zwingende und verbindliche Vergütungsabstimmungen geben.

Die Autoren sehen für diesen überraschenden Befund zwei Hauptgründe. Erstens kann die Idee verbindlicher Vergütungsabstimmungen mit der Effizienz der Geschäftsführung kollidieren. Dies zeigt sich daran, dass Firmen mit gutem Geschäftsgang und jene, die ihre CEOs zu marktüblichen Konditionen entlöhnen, einen stärker negativen Effekt auf den Aktienkurs erlebten als jene, wo sich Aktionäre durch die Initiative erhoffen können, dass die Geschäftsleitung in Zukunft mehr Augenmerk auf die Aktionärsinteressen legen wird. Zweitens scheinen manche Aktionäre zu befürchten, dass CEOs keine aussergewöhnlichen, bislang mit Boni abgegoltene, Leistungen mehr erbringen, weil diese durch die Generalversammlung möglicherweise nicht entlöhnt werden. Darunter leidet schlussendlich der Firmenwert.

Hier geht es zur Studie.